YPERN MON AMOUR ( De la propagande à la mort )
YPERN MON AMOUR ( De la propagande à la mort )

Kriegsrechnen für Schüler um 1916 :

 

In der Winterschlacht in der Champagne kämpften 30.000 Deutsche gegen eine 6fache französische Übermacht. Die Verluste der Deutschen betrugen 25 v. H. und die der Franzosen 50 v. H. a) Wie stark war das französische Heer bei Beginn der Schlacht? Wieviel betrug b) der Verlust des deutschen Heeres? c) der Verlust des französischen Heeres?

Die Sprenggranate dient zum Bekämpfen lebender Ziele dicht hinter Deckungen auf 5000 m Entfernung. Sie enthält 135 Sprengteile, von denen jeder 11 g wiegt. Wieviel Blei ist für 250 Sprenggranaten erforderlich?

Die Skulptur

Skulptur / Der Körper des Soldaten

Der Körper des Soldaten zeigt sich zur Hälfte als lebendige, uniformierte Gestalt und zur anderen als verwesendes Skelett. Die Gestalt hat etwas Schematisches, Marionettenhaftes, aber das Gesicht zeigt die porträthaften Züge eines Unbekannten. Auf dem zweigeteilten Körper sind Schriftzeichen zu lesen, die sich zu Wort- und Textfragmenten fügen - Zitate* in Fraktur, die in ihrer Lautmalerei mit der stumm blickenden Gestalt kontrastieren.

Der Körper des Soldaten erscheint in zwei Varianten. Zunächst Grünfeldgrau berockt, darauf Schrift in starkem Kontrast, propagandistische Losungen und Phrasen bellend. Dann, in einer zweiten Variante, mit Zeichen auf bleichem Grund, der dramatische Dialog zweier Soldaten in der Schlacht.

Beide Varianten bezeichnen in ihrem Ton entgegengesetzte Wahrnehmungen und Stimmungen des Kriegs. Einerseits, durch die Sprache des Patriotismus und der Propaganda, als idealisierte Veranstaltung. Andererseits, als Erfahrung des Angenageltseins in den Boden in der Materialschlacht, aus der es kein Entkommen gibt, denn überall ist der Feind, der Mensch. Woraus der logische Schluss folgt, der Mensch ist der Feind und muss aufhören.

*Die Zitate stammen aus zeitgenössischen Quellen, sowie den sogenannten Fatzer-Fragmenten von Bertolt Brecht, in der Bühnenfassung von Heiner Müller. 

 

 

Frank Wolf

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Harald Reusmann